Mittwoch, 16. August 2023

02.08.23 - 16.08.23


02.08.23
Wir freuen uns auf den Oman und hoffen, endlich wieder besser zu schlafen. Machen ihn bereit, zeigen ihn noch ein paar mal und fahren dann zum  Einkaufen im chaotischen Dogubayazit (muss lange zurück setzen, weil die Strasse einfach zu eng wird, vorher schon hat uns Google in eine Einbahn geschickt).Nachdem uns der erste Platz nicht so gefallen mag, suchen wir einen im Nirgendwo,  Hauptsache Aussicht auf Ararat - unseren Berg.Die Telefonate gestern mit den Kindern haben uns bewusst gemacht - es passiert grad soviel. Wir möchten dabei sein, miterleben, unterstützen und entscheiden uns, nach Hause zu fahren. 

03.08.23
So lassen wir die Ecke der Osttürkei Richtung Georgien stehen (kommen gerne wieder einmal) und fahren 600 interessante Km auf schönen Straßen Richtung Schwarzes Meer.Unser Ziel ist das Kloster Sumela (Heilige Maria). Einmal mehr behagt uns der Platz im Wald nicht so, keine Aussicht, Abfall, Strassenlärm . Wir fahren 7 Km und 500 HM Offroad den Berg hoch, abenteuerlich - doch es lohnt sich, der Stellplatz ist der Hammer - eigene Terrasse mit Aussicht aufs Kloster, kein Verkehr.

04.08.23
Nach einer super Nacht fahren wir mit dem Bike runter - Chrigi sieht Bärendreck, ich glaubs noch nicht so recht. Später sieht sie ein braunes grosses Tier davon rennen... Zum Glück fahren wir runter - aber wir müssen da auch wieder rauf... Unten besuchen wir das teure (über 30 CHF Eintritt) und überfüllte Kloster. Wir entscheiden uns auf einem anderen Weg den Berg hoch zu fahren.Wieder sehen wir einen Bärendreck und diesmal auch die Abdrücke der Tatzen dazu - riesig, so gross wie meine beide Füsse zusammen. Vor Schreck vergesse ich das Foti und mulmig keuchen wir den Berg hoch. Erschöpft und bei lauter Musik (gegen Bären - haha!) geniessen wir Feierabend auf unserer Terrasse.

05.08.23
Abermals geniessen wir eine ruhige Nacht und beim Kaffee bestaunen wir noch einmal die Aussicht.
Der Weg führt ans Schwarze Meer. Chrigi gefällt es nicht sonderlich,  mich importiert die x-hundert Kilometer lange Strasse direkt am Meer (schade eigentlich, man sollte hier wohnen statt fahren), immer wieder unterbrochen durch Ferienresorts mit Stau. Der Platz den wir ansteuern ist sehr belebt und sofort werden wir von einem Anwohner in seinen Pool eingeladen, wir haben eine Ausrede und gehen spazieren. Zurück installieren wir uns und die Familie neben uns bringt einen Teller voll (Ablehnung unmöglich), mit Cay, also kein Kochen heute.Ist sehr fein und weil wir eine Toblerone und Schokolade für Kinder zurückgeben bringt die Frau noch ein Sack Früchte. Derweil schon die Nächsten mit uns sprechen wollen und der Anwohner uns abermals einlädt. Wieder meinen es alle nur nett, wir wollen aber nur unsere Ruhe haben und verziehen uns an den Strand (der dreckig ist). Es ist sehr schwül, die Kleider kleben und unsere Wasserpumpe verabschiedet sich, während ich eingeseift in der Dusche stehe....

06.08.23 
Für das, das der Strand gestern dermassen belebt war, hatten wir eine erstaunlich ruhige Nacht. Wir fahren nach Samsun (rd. 600'000 Einw.), der grössten türkischen Stadt am Schwarzen Meer in ein Einkaufszentrum (Decathlon und 5M MIGROS). Wir brauchen provisorisch eine neue Dusche und finden die auch - erinnert mich an die Unkrautspritze von Papa. 

https://www.decathlon.de/p/solardusche-camping-pumpsystem-10-liter/_/R-p-334620

Auf der Fahrt werden wir wieder von der Polizei rausgenommen und kontrolliert, zum x-ten Mal. Sie sind immer sehr nett, finden den Oman immer "choc güzel" und manchmal habe ich das Gefühl, wir sind für die einfach eine interessante Abwechslung und darum winken sie uns raus. 
Weitere 200 Km geht es dem Meer entlang zu unserem heutigen Platz. Einmal mehr denken wir, dass es schöner kaum sein kann. 
Mit allem zufrieden (auch mit der Pumpdusche, Empfehlung!) stört nur, dass wiedereinmal spät abends jemand seine Pistole ausprobieren muss und rumballert. 

07.08.23
Wir fahren 7 Stunden ständig rauf und runter auf schlechteren Straßen der felsigen Schwarzmeerküste entlang. Hören unser Buch fertig und landen in einem kleinen Fischerdorf am Strand mitten im Dorf. Es ist schwül, sogar Chrigi springt ins Wasser.
08.08.23
Einmal mehr überraschen uns Türken, mit welcher Unverfrohrenheit sie sich installieren. Neben uns steht eine Familie auf dem öffentlichen Parkplatz und braucht inkl. Wohnwagen, Sonnenstore und Auto mehr als 3 Plätze. Das Abwasser läuft einfach auf den Platz raus, Tisch und Stühle auf dem Trottoir. Der PP war übervoll, als wir gestern ankamen.... Es wundert uns nicht, wenn Freistehen in der Türkei bald verboten wird. Wir fahren heute nur wenig, 2 Stunden weiter an der zerklüfteten Küste entlang nach Amasra. Ein hübsches antikes Touristenstädtchen. Viel los hier und viel lockerer, weniger verhüllte Frauen. Man wird sogar auf Deutsch angesprochen, von türkischen Gastarbeitern aus Deutschland. Die fahren dann fette BMW's. Wir geniessen das Ferienfeeling, spazieren bis auf den Hausberg, kehren mehrmals ein, stehen direkt am Meer und in der Nacht gibt's Wellen. Die Gischt spült uns bald weg und für einen Moment studiere ich, umzuparken. Rund herum tut's aber niemand und so bleiben auch wir stehen und schlafen gut. 

09.08.23
Versöhnt mit der Schwarzmeerküste fahren wir heute wieder etwas ins Landesinnere nach Safranbolu, UNESCO Weltkulturerbe. Unseren Platz erreichen wir ohne 4x4 (obwohl so empfohlen), hoch über der Altstadt. Wir schlendern bei schwüler Wärme durch die Gassen des UNESCO-Weltkulturerbes. Endlich sehe ich mal ne Karavanserei.Nach einer schönen Siesta auf unserem Hochsitz, steigen wir am Abend fürs Nachtessen noch einmal runter in die Stadt.

10.08.23
"Was schon 10 Uhr?" - frage ich Chrigi nach dem Aufwachen und gehe Kaffee kochen. Heute wollen wir 350 Kilometer Richtung Istanbul fahren. Haben da einen Naturpark entdeckt und die bisherigen Besucher sind voll des Lobes. Die Fahrt ist Dank neuem Hörbuch recht unterhaltsam. Wir sind nach Monaten wieder einmal auf einer Autobahn und die Fahrt ist entsprechend ereignislos. Am Platz angekommen sind wir aber nicht so enthusiastisch wie andere. Zum Glück gibts noch ein Telefon nach Hause, was unsere Stimmung etwas aufhellt. Fotos haben wir auch keine gemacht, auch zum ersten Mal seit Monaten.

11.08.23
Leider regnet es und da es auch sonst feuchte Luft ist und wir am Waldrand stationiert sind, wird alles feucht. Bereits sehnen wir uns nach der extremen Trockenheit im heissen Hochland zurück. Der Park ist ein grosser Natur- und Tierpark. Es regnet in Strömen, trotzdem machen wir uns auf den Weg und sind mehrere Stunden draussen - mit Schirm. Betrachten die Tiere fast alleine. Nur am Eingang tummeln sich viele Gäste, v.a. verhüllte Muslimas, die ohne Schirm unterwegs sind und deren Kleider sehr, sehr nass werden. Ist fast so interessant zu beobachten wie die Tiere.

12.08.23
Fahren durch Istanbul an das Marmara Meer nach Silivri. Spazieren der schönen Promenade entlang, gehen beide zum Coiffeur und feiern unseren letzten Abend in der Türkei (sprich, müssen noch alle Türkischen Liren los werden) Wir übertreiben es dann in einem feinen Fisch Restaurant,  so muss trotzdem noch die Kreditkarte gezückt werden. Der Parkplatz, auf dem wir stehen, ist leider ein Rummelplatz und wieder einmal erwischen wir die lautesten Nachbarn. Selbst um 5 Uhr kehrt keine Ruhe ein und wir schlafen schlecht. Halt auch typisch Türkei. Da hat man keine Hemmungen, sich näher an ein WoMo zu stellen und den Motor bis in die Morgenstunden zwecks Stromproduktion laufen zu lassen, weil man laut Musik hören will...

13.08.23
Eigentlich dachte ich, dass am Sonntag weniger los ist an der Grenze nach Bulgarien - weit gefehlt, wir stehen stundenlang und hören zum Glück unser gutes Buch. In Bulgarien gehts nur noch einige Kilometer zu einem kleinen Camping. Das erste mal seit Monaten zurückhaltende Menschen, saubere WC's und Duschen, etc. Ansonsten sind wir etwas bedrückt, das es das gewesen ist, die Türkei. War sehr, sehr schön, wir werden wieder kommen. 

14.08.23
Angenehme Strassen und wir freuen uns auf Sofia. Eine überraschend saubere, friedliche Stadt mit angenehmen Menschen und einer grossartigen Flaniermeile. Echte Highlights gibt es aber wie erwartet keine. Wir schlafen nahe der Innenstadt direkt beim Stadion. 

15.08.23
Uns ist noch eine Wanderung aufgefallen und deshalb verlassen wir Sofia schon nach einer Nacht Richtung Berge (leider in die falsche Richtung...). Landen auf einem neuen, wunderschönen Campingplatz mit Thermalbad (im Preis inkludiert). Baden schliesslich trotzdem nicht aber freuen uns am Ferienfeeling.

16.08.23
Fahren früh los, noch höher in die Berge in den Nationalpark Rila. Auf 1600 MüM lassen wir das Auto stehen und nehmen die Sesselbahn weiter hoch, wandern auf 2600 MüM, zu den 7 Seen. Leider ziehen die Wolken zu und im Nebel steigen wir ab - eine schöne Wanderung mit Tausend anderen (unglaublich viele Menschen). Eine Nacht im Wald wollen wir nicht. Nochmal steuern wir den selben Campingplatz an und genießen eine wirklich feine Pizza.

Dienstag, 1. August 2023

16.07.23 - 01.08.23

16.07.23
Wir schlafen immer länger und erst gegen 11 fahren wir los. Eigentlich wollten wir den Nermet Dagi umfahren und müssten dadurch das Taurusgebirge südlich umfahren. Aber 1. herrscht auf der Südseite eine enorme Hitze (45 Grad), 2. kommen wir Syrien zu nahe und 3. liegt diese Region tiefer. Also fahren wir bis Malatya zurück,  über all die Pässe (liebend gerne würde ich oben bleiben und die Frische geniessen, aber Chrigi ists zu kalt und wir haben ja andere Ziele, für ein Mittagessen reichts).
In Malatya tanken wir voll und bezahlen 34 TL für den Liter. Als wir in der Türkei ankamen,  waren es noch 17... In CHF ists nur von 0.95  auf 1.1 CHF gestiegen. Unseren heutigen Stellplatz finden wir auf einem abenteuerlichen Feldweg (bin froh um unsere Astabweiser, Kratzer gibts trotzdem), nach einer Unterführung,  die Google noch nicht kennt, und auch nicht offiziell ist.  Wir freuen uns über den Baumschatten bei 35 Grad.
Der See lädt zwar zum Bade,  aber eine Erfrischung ist er nicht wirklich. Ein Mann bringt uns eine Melone vorbei - will ihm was bezahlen - er will nichts.... Ruhige Nacht unter der Milchstraße.

17.07.23
Wir wissen nicht so recht... Noch einen Tag hier, wo es wunderschön aber auch etwas langweilig ist? (Auch auf Komoot keine Wege ersichtlich...). Wir sitzen einfach mal auf Rad und fahren dem Feldweg entlang.  Nach 200 Höhenmeter ein Gipfelerlebnis.Auf der anderen Seite wieder runter, denn gemäss Google Earth können wir eine Runde schaffen. Leider war der hohe Zaun um eine Solaranlage nicht ersichtlich - also wieder den Berg hoch.Um Mittag zuhause.  Ich stell noch den Oman um und nehm statt Keile (wären zu klein) die Schaufel.
Anschließend baden und hängen. Da kommt der Mann von gestern wieder und bringt wieder eine Melone - später noch einen ganzen Eimer Gemüse und kaltes Frischwasser, da er kein Geld will akzeptiert der Sohn eine Toblerone, worauf er uns zum Znacht einladen will,  zum Glück haben wir schon gekocht.
Statt duschen noch einmal baden.


18.07.23
Wir fahren 100 Km über diese irrsinnig große Hochebene. In Bingöl kaufen wir gross ein, auch Toblerone und billige Schockoriegel in weiser Voraussicht. Weitere 200 Kilometer später sehen wir zum ersten mal den Van Golü, der grösste See der Türkei. Wir fahren hoch auf über 2300 MüM zum Kratersee Mermut. Erst waren wir etwas enttäuscht. Suchen einen noch besseren Platz, aber fahren zurück zum ersten. Noch nicht mal richtig geparkt, bringt uns jemand Cay und Bisquits vorbei. Später verlangt jemand nach einem Abschleppseil, ich habe keins leider, er hat sein Auto festgefahren... Als wir endlich den Apéro bereit machen,  kommt der nächste und frägt,  ob er seine Batterie bei uns laden könnte.  Natürlich... 
Als wir gemütlich beim Bier sitzen,  werden wir aufgeschreckt durch brüllende Tiere, die miteinander kämpfen.  Wir drehen uns um und keine Hundert Meter von uns streiten Bären... Noch nie so schnell hab ich Tisch und Stühle versorgt,  schürfe mir gar Finger blutig. Wir steigen aufs Dach, und beobachten ...Spät kocht Chrigi unser Nachtessen als eine Türken- Familie aus Frankreich uns Kaffee vorbei bringt,  wir revanchieren uns mit Schokoriegel für die Kinder.  Als Chrigi schon fast fertig hat, geben mir junge Zeltler (die später kamen, und noch nicht wissen, dass Bären da sind) von nebenan gegrilltes Fleisch und Brot mit (alles abwehren nützt nichts), schmeckt hervorragend (er ist Koch) und wir haben nun viel Resten. Revachieren uns mit Toblerone und Rum. 19.07.23
Sehr ruhige Nacht verbracht, ausser ein paar Türschletzer der jungen Zeltler (mussten wohl vor den Bären ins Auto flüchten). Beim Kaffee beobachten wir mangels 4G mehrere Schildkröten um uns herum.
Fahren mit dem Rad auf Umwegen zum Kraterrand hoch. Statt Siesta vorkochen und Dach/Solarzellen putzen. Anschließend noch einmal zum großen Kratersee baden.
Heute Abend ist viel ruhiger. Nur der Batteriemann kommt (der wohnt hier) und will einen Stern-Schraubenzieher... Wir Camper haben ja alles dabei. Ich gab ihm das ganze Köfferchen mit, er brachte mir einen Haufen Eisenstücke zurück, mit einem kaputten Köfferchen. Dafür meinte er, wir können ihm rufen, falls die Bären diese Nacht Probleme machen würden,  denn sie seien wohl hungrig. Soweit wäre es fast noch gekommen,  weil unsere Melone offenbar dermassen süss aus dem direkt daneben liegenden Landstromanschluss roch, dass einer kurzerhand die Abdeckung wegriss. Ich hörte nur ein lautes Kratzen und sprang (schlief schon)  polternd auf, zu spät.

20.07.23
Nachdem ich unsere Rüstabfälle aus dem Wagen geschmissen, die Melone in Plastiksack eingepackt und die Abdeckung provisorisch (einmal mehr 😢, wir sehen bald aus wie Franzosen) zugeklebt habe, schlafen wir gut. Wir packen zusammen und fahren wieder zum Kraterrand mit Blick auf den Vansee. Von dort laufen wir zum höchsten Punkt des Kraters (2900 MüM). Es lohnt sich. Siesta auf dem belebten Parkplatz am Kraterrand und ich will noch einmal hier eine frische Nacht verbringen. Der Apéro auf dem Dach wird zur Gewohnheit,  vor allem auf öffentlichen Parkplätzen, da haben wir etwas Abstand. Trotzdem grüßen alle überschwänglich,  aber man muss nicht dauernd sein WoMo zeigen, etc.
21.07.23
Wir fahren vom Nemrut Krater runter nach Tatvan - einkaufen... Google kennt kaum die richtigen Strassen - nervt... Wir wollen zum Vansee, der grösste See der Türkei (fast ein Zehntel so gross wie die Schweiz) und der grösste Sodasee der Welt (hoher Ph-Wert, extrem alkalisch). Mir wird fast schlecht vor Hunger und unsere Mittagspause fällt länger aus - ist ja auch schön.
Eigentlich wollen wir auf einen Campingplatz - Kleiderwaschen. Da wir aber wieder aufgerüstet sind, fahren wir ans wilde Ufer, einmal mehr staunen wir... Ausser einigen Schafen stehen wir alleine und nach dem herrlichen Bad ist man auch gleich gewaschen - eben extrem alkalisch das Wasser, trocknet meine alte Haut aus.
Sehr friedlicher Abend ohne irgendwelche Emissionen, nicht mal Fliegen...

22.07.23
Bereits um Viertel nach Fünf weckt uns die Sonne...Alle Läden runter, Gebläse auf und weiterschlafen. Geben drei Jugendlichen je einen Schokoriegel, damit sie uns in Ruhe lassen (waren ziemlich forsch drauf) und steigen aufs Rad, der wunderschönen Küstenstrasse entlang.Ca. 12 Km bis zu einem sehr abgelegenen Dorf. Für den folgenden Pass ist es uns zu heiß und wir drehen wieder um. Irgendwo in den Bergen soll es noch eine armenischen Kirche geben, die visieren wir an und fahren bei großer Hitze querfeldein bergauf ins Tal.Ein Hirte bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und schweissgebadet finden wir sie dann auch - das versprochene Wasser jedoch nicht. Dafür ein paar Frauen (wie aus dem Nichts) die fröhlich Früchte pflücken und sich sofort bedecken,  als sie uns bemerken.  Gemäss WIKI soll die Kirche 2007 renoviert worden sein. Müde geniessen wir zu Hause wieder den See, den Schatten, einen erfrischenden Gurkensalat und Wasser. Später kommt noch ein Hirte vorbei und beim Gespräch mit ihm erkennt er seine Familie auf unseren Fotos.  Er lädt uns mehrmals zum Znacht ein, was wir mehrmals mit Ausreden ablehnen. Abermals sehr friedlicher Abend. Vom gegenüberliegenden Ufer dröhnen Bässe rüber, und da wollen wir unsere Wäsche waschen- uns grauts ein wenig.

23.07.23
Wieder frühes Erwachen, eben Sonnenaufgang. Einmal mehr fällt uns der Abschied schwer. Wir müssen Wäsche waschen.. Den ersten Campingplatz den wir dafür anfahren ist schrecklich, überfüllt  und verlangt viel mehr als ausgeschrieben. Wenden kann man auch nicht, irgendwie schaffen wir es dann doch und fahren zum nächsten.  Auch hier sehr voll,  aber es geht. Dumm nur, dass alle am grillen sind, und die frisch gewaschene Wäsche verraucht wird. Nett wie sie sind, geben sie uns was davon ab, inkl. Bier - wir revanchieren uns wie immer mit Toblerone. Den Znacht lassen wir uns ans WoMo liefern- WC und Duschen brauchen wir nicht - zu schmutzig. Etwas sehnsüchtig schauen wir am Abend zu unserem letzten Platz.24.07.23
Dank Schatten Platz endlich wieder einmal ausschlafen. Unser zweite Waschtag ist wesentlich friedlicher,  da der Platz nun fast leer ist. Wieder bringen uns ein paar nette Frauen Frühstück. (Letztendlich sind es einfach Resten- trotzdem sehr nett immer und auch interessant). Eine Doppelfamilie mit übermütigen Juns stört ein wenig,  aber auch die laden uns zum Essen ein, was wir freundlich ablehnen (arbeite neu in der Softwareentwicklung und habe zu tun...). Nachdem alles fertig ist, zügeln wir an eine bessere Aussichtauf die Insel Akdamar (Kirche zum Heiligen Kreuz,
https://maps.app.goo.gl/vQJDZtMwTdiBS3HL8). Der Campingwart bringt noch Cay vorbei. 25.07.23
Noch einmal geniessen wir den Baumschatten morgens. Wir wollen weiter nach Van (ca. 1 Mio  Einwohner,  ehemals armenisch, mehrfach von Erdbeben zerstört) in einen Outdoor Laden. Nachdem wir unser Fz platziert haben, geht es zuerst zum Frühstück. Anschliessend suchen wir den ganzen Tag neue Trekkingschuhe für Chrigi - unmöglich (bzw. die einzigen, die wir gefunden haben kosten das Doppelte wie in der Schweiz). Frauen wandern hier nicht, sind überhaupt eher selten zu sehen und schon gar nicht in Teestuben. Dafür haben wir Van zu Fuss und auf dem Rad entdeckt und wenn man müde Beine hat sitzt man in eine Teestube (2 Cay = 10 Lira = 35 Rp.). Ein Bier krieg ich allerdings nirgends und das anschließende Nachtessen auswärts ist fein. Wir beschließen auf dem PP zu schlafen - es geht so... ( Irgendwer wirft einen Stein auf unser WoMo, es ist laut...)

26.07.23
Wir fahren noch vor dem Kaffee bereits um 7 Uhr los, um diesen auf einem Picknick-Platz mit Aussicht zu nehmen.  Dort werden wir allerdings von einer Horde bellender Hunde begrüßt - wir fahren weiter... An einem schönen Ausstellplatz am Seeufer kochen wir unseren Kaffee, leider wird die Gemütlichkeit jäh gestört,  als ein Mann zu uns kommt, und mit uns schwatzen will. Obwohl ich mir nicht die geringste Mühe gebe (Chrigi findet es fies), zischt er nicht ab, also tun wir es. Wir fahren zu einem schönen Spot, der zwar etwas kostet, wir uns aber etwas Ruhe versprechen. Dank 4x4 fahren wir an den Strand. Und der Platzwart bringt Cay vorbei...Gegen Abend noch ein Spielchen mit den Gastgebern, und vor dem Nachtessen bei denen ein Apéro mit Deutschen.Am Abend noch ein schönes Telefon.

27.07.23
Schlafen gut, und beschließen  noch eine Nacht anzuhängen, mit Betonung auf hängen, baden, etc. Schade, hole ich mir, obwohl den ganzen Tag im Schatten, noch einen leichten Sonnenbrand.
Beim Nachtessen (da wir dummerweise eingekauft haben, muss Chrigi kochen) nerven uns einige Schildkröten (gehen immer wieder an die Zehen und man hat Angst, dass auf man eine tritt).

28.07.23
So schön es hier ist, wir müssen weiter. Die Vorfreude auf die Tour auf den Ararat hilft uns über den Abschied. Für einmal geht es ins Hotel. Parken vor dem  Ertur Hotel 
 https://g.co/kgs/5QFa2s und werden sogar erwartet. Nach einem Treffen mit dem Tourguide putzen wir das WoMo und legen die Leitungen und Tank's in Essig ein. Die Nacht ist heiss und laut, kriegen kaum ein Auge zu, wir vermissen unseren Oman jetzt schon.

29.07.23
Zusammen mit 14 Tunesier werden wir nach dem Frühstück abgeholt und laufen später ins Camp 1 auf 3200 MüM. Na ja, wir hätten es lieber etwas sauberer, privater und es folgt die zweite Nacht, in der ich kaum schlafe. Vorher hatten wir noch riesige Diskussionen,  weil der Bergführer nicht so will, wie wir gebucht haben.

30.07.23
Nach dem Frühstück steigen wir auf 4200 MüM zum Camp 2.Die Tunesier steigen wieder ab (zwecks Akklimation) und wir trennen uns (Dank der Diskussion gestern;)). Es sind wirklich nette Leute, aber wir wollen nicht zweimal diese öde Strecke laufen. Zusammen mit einem neuen Gspänli (Tscheche, 68i) laufen wir noch einige Hundert Höhenmeter rauf und wieder runter, um uns besser an die Höhe zu gewöhnen. (Quasi als Kompensation).  Der Tscheche hat etwa 3x soviel Material dabei wie wir und weiss alles besser. Er findet es fahrlässig, wie wir auf diese Tour gehen. Erneut kann ich nicht schlafen, in diesem engen und schrägen Zelt.

31.07.23
Um 2 Uhr nachts gehen wir los bei fast Vollmond.  Der Tscheche ist sehr langsam, wir frieren ob der vielen Warterei. Ich rege mich auf (spielt den Experten und hat dann keine Puste), und kann es kaum genießen.  Chrigi gelingt das. Irgendwann hat der Guide ein Erbarmen und lässt uns alleine ziehen. Die dünne Luft lässt uns zwar schneller atmen,  ansonsten gehts aber erstaunlich gut. Heftige Windböen und Minusgrade lassen unsere Getränke einfrieren und auf dem Gipfel muss ein Selvie reichen,  da wir ganz alleine da oben auf 5137 MüM stehen. Es folgt ein langer Abstieg auf 3200 - geschafft aber zufrieden hängen wir auf Camp 1 rum - fast alleine. Lernen beim Nachtessen einen der Tunesier (er mag nicht auf den Gipfel und blieb mit seiner Tochter im Camp 1) besser kennen,  er lädt uns zu sich nach Tunis ein und wir denken,  dass wir diese Einladung einst gerne annehmen werden. Das Nachtessen schmeckt super und wir schlafen tief und fest. 

01.08.23
Abstieg nach Dogubayazit- endlich wieder Zivilisation (WC/Dusche). Am Nachmittag längere Taxitour zum Ishak Pascha Palast und zur Arche Noah (lächerlich, aber die Fahrt ist trotzdem schön). 

Natürlich gäbe es über diese Tour viel mehr zu erzählen... Wir lebten sehr intensiv.

Valencia - Wetzikon

Samstag 12.10.24 Action auf dem PP 😅. Unser Kaffe wird gestört von einem Schrei, und langen Diskussionen- am Schluss kommt die Polizei. Son...