Samstag, 28. September 2024

Santander - Valencia

Samstag 28.09.24

Von Santander nach Valencia (732 Km) wurde bis 1930 (bis zum Bürgerkrieg) ein Bahntrassee gebaut, aber nie in Betrieb genommen. Sogar Bahnhöfe wurden schon gebaut.
Heute sind 290 Kilometer davon Radwege und die wollen wir machen. Da wir keinen Ruedi mehr haben,  müssen wir immer Hin - und zurück fahren.  Das zweite Problem sind die unvollständigen Karten. Heute fuhren wir von unserem Stellplatz 25 Km nach Sarón und wieder zurück.
Zurück auf unserem netten Stellplatz kosteten wir unseren Strom voll aus, es gab Hühnchen mit Risotto - sehr fein.

Sonntag 29.09.24

Obwohl uns der Platz gefällt,  beschliessen wir weiter zu fahren,  die ausgesuchte Wanderung erscheint uns zu wenig attraktiv.
Wir fahren nach Süden durch das Gebirge in die Provinz Burgos und blicken das letzte Mal auf den Atlantik. Auf dem Pass erspähen wir eine Pyramide. Es ist ein Mausoleum für fast 400 italienische Krieger,  die im spanischen Bürgerkrieg bei der Schlacht um Santander gefallen sind.Auf dieser Hochebene windet es sehr stark und somit haben wir auch keine Lust auf eine Runde um den Stausee.Wir steuern einen Platz in Medina de Pomar an, nehmen gegen 14 Uhr sofort die Räder runter und fahren wieder auf dem alten Bahntrassee. Wirklich herrlich aber wir sind leider etwas im Stress - 70 Km Kiesweg erwarten uns bis zum längsten Tunnel in Spanien.Der Tunnel selber (knapp 7 Km) ist verwildert und wegen Einsturzgefahr geschlossen. 
Dafür darf ich das erste Mal seit meiner Kindheit wieder einmal eine Dampfloki besteigen 😅
Spät zurück, müde und zufrieden geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen. und freuen uns auf riesige feine panierte Kalbsschnitzel von der Metzgerei,  die ich ausgewählt habe... Aber oje, es sind eine Art Cordonbleus mit Blauschimmelkäse - Chrigi kann natürlich nicht verstehen,  dass man nicht liest, bevor man etwas kauft🤨

Montag 30.09.24

Ruhig geschlafen und gemütlich Käffchen... Auf dem Rad spüren wir die Km von gestern. Machen heute nur 55 Km Kieswege und davon sind 30 langweilig durch die große Hochebene. Das interessanteste ist noch "unser" Bahnhof.(Städtchen wo wir stehen).

Einige Bahnhöfe verfallen, andere werden bewohnt und wieder andere sind schön renoviert.

Nach einem sogar beleuchteten Tunnel steigt es an.

Sobald es in die Berge geht wirds wieder wunderschön.Wir fahren bis nach Oña und begutachten unseren Schlafplatz morgen.Werweisen noch kurz, ob wir heute schon zügeln wollen - aber ich habe keine Lust, zumal wir heute hier alleine stehen und es einen schönen Einkaufsladen gibt. Ansonsten ist Medina de Pomar zwar noch hübsch, aber wie ausgestorben.

Dienstag 01.10.24

Alleine waren wir dann doch nicht. Um 22 Uhr kuschelte sich noch jemand neben uns ... Warum??  Der ganze Platz ist frei 😬!!

Es nieselt leicht und wir fahren vor dem Frühstück nach Oña. Erwischen einen schönen Platz am Rande des historischen Städtchen und radeln nach dem Müsli los. Es geht stetig bergauf und eine Bise  bläst uns entgegen,  aber die Natur entschädigt einmal mehr.
Auf dem Rückweg fasst Chrigi einen Platten. Zum Glück geht's nun mit Rückenwind runter und so schaffen wir immer rund 4 Km bis wir (also ich 6x) wieder aufpumpen müssen. Wolken ziehen auf ...und ich habe just den Pneu geflickt als die ersten Tropfen fallen - Raclette passt 😋.

Mittwoch 02.10.24

Es schifft den ganzen Tag und ich will es gemütlich... aber es wird ein langer Tag, zumal der Ort nicht hält, was er verspricht  - er besteht quasi nur aus dem riesigen Kloster.
Dafür wollen wir am Abend auswärts essen, 5 gut bewertete Restaurants im Dorf.... Oje, 4 haben geschlossen und das einzige,  das offen hat, will uns nichts kochen... was für ein Scheiß - Kaff😬

Wieder zu Hause bastelt Chrigi aus den Resten einen Gratin - sehr fein.
Dann halt Champions-League.. 

Donnerstag 03.10.24

Weiter nach Burgos via abgeschiedene Strassen. Hab noch eine Waage entdeckt. Zum ersten mal erfahren wir, ob wir Übergewicht haben. Alle Tank's sind voll, inkl. Velos und Chrigi 

Leider schaffen wir es nicht auf die Via Verde, irgendwie zu kompliziert, dabei wärs sicher schön.
Burgos ist friedlich,  sauber und interessant, die Kathedrale riesig und die Pilger humpeln oft.
Wir versuchen nochmal auswärts zu essen, aber das ausgesuchte Restaurant öffnet erst um 21 Uhr, nicht unser Rhythmus 😢.

Freitag 04.10.24

Nach einer kalten Nacht (3⁰) heizen wir am Morgen zum ersten Mal und fahren anschließend zum Grosseinkauf. Essen auf einem tollen Picknick-Platz und fahren auf der schönen N-234 nach Hontoria. Die 15 Km Wanderung durch die Schlucht ist nicht der Hit, aber OK (Die Felsspalte soll 140 meter tief sein).. 

Diese Nacht ist fast noch kälter...

Samstag 05.10.24

Weiter auf der Via Verde.
Hier wurden Szenen von Dr. Shzivago aufgenommen.
Es ist ein angenehmer Aufstieg durch den Wald bis zum höchsten Punkt.
Anschließend verlegen wir uns weiter südlich, da hier der Regen kommen soll. Finden einen schönen ruhigen Platz und entscheiden sponta, morgen den Berg vor uns morgen zu besteigen. 

Die Polizei fährt 2x bei uns vorbei, später mit Blaulicht, was mir ein etwas mulmiges Gefühl besorgt. Chrigi schläft derweil tief und fest, ich nachher auch.

Sonntag 06.10.24

Fahren zum Pico Frentes. Herrliche Bergwanderung, wenn auch etwas kurz.Noch ein Abstecher zum Wasserfall und dann fahren wir weiter nach Catalayud und zum Schluss darf ich wieder einmal Offroad fahren.

Montag 07.10.24 

Ich weiss nicht, wann ich das letzte Mal keine Storen runtergelassen habe zum schlafen.  Kein Lärm,  kein Licht- dafür hätte der Sonnenaufgang schöner sein können Durch verwilderte Pfade gings rauf und runter immer auf der Krete zum Pico.Leider kommt der Regen immer näher und wir verziehen uns 200 Km südöstlich. Immer der schönen M-234 lang.
Der Platz will mir zwar erst nicht recht gefallen dafür ists trocken und 26⁰ warm.

Leider zog in der Nacht noch ein heftiges Gewitter auf ⚡️⚡️ und wir räumten unseren exponierten Platz und schlafen neben dem Unterstand.

Dienstag 08.10.24

Es windet und ist kühl. Der Via  Verde Ojos Negros steht auf dem Plan. Die ViaVerde führt hier auf einem alten stetig steigenden  Schmalspurtrassee,  das nur gebaut wurde, um das Eisen zu transportieren. Entsprechend rot ist die Erde ...und ich denke an die vielen tausend Menschen die unter Tag hart gearbeitet haben, damit sich diese Bahn hoffentlich auszahlte. Ich darf jetzt auf dieser sehr attraktiven Strecke Radfahren  und auf dem Rückweg geniessen wir den 🌬 Turbo.

Chrigi schläft schon, als ich das Auto abermals umparke, da der Wind zu stark rüttelt.

Mittwoch 09.10.24

Sonne weckt uns, nach dem Kaffee verlassen wir diesen unerwartet schönen Platz um uns in Caudiel, etwa 60 Km vor Valencia wieder am Ojos Negros zu platzieren.

Von da aus fahren wir wieder im Gegenwind aufwärts auf über 1000 MüM. Einmal mehr geniessen wir die schöne Strecke und die rasante Abfahrt. Die Nacht wird leider gestört von einem Dieselzug, der sich morgens um 5 für seine erste Fahrt aufwärmen muss. 

Donnerstag 10.10.24

Da zu erwarten ist, dass der Zug uns jede Nacht stören wird, fahren wir abermals etwas weiter. Langsam verlassen wir nach 2 Wochen diese wunderbare Hochebene und fahren erneut mit dem Rad die Ojos Negros aufwärts bis fast zum alten Platz zurück. Ein letzter Blick über Jérica  auf die Hochebene mit den vielen Windrädern im Hindergrund.Die Landschaft wird fruchtbarer.Unser Stellplatz ist schön und nicht zum ersten Mal frage ich mich, wieso er gratis ist.

Freitag 11.10.24

So ruhig, wie es sein könnte , ist es nicht. Der  Hahn kräht, die Kirche schlägt,  laute Motorräder,  Motorsäge... dennoch,  wir wollen noch eine letzte Etappe auf der Via Verde und bleiben.  Zumal  der Regen naht...Die Gegend wird zunehmend fruchtbarer und belebterDie Via Verde kann ich wirklich jedem empfehlen,  schön, haben wir sie gefunden. Wir legen das nächste Programm fest und geniessen den lauen Abend.

Valencia - Wetzikon

Samstag 12.10.24 Action auf dem PP 😅. Unser Kaffe wird gestört von einem Schrei, und langen Diskussionen- am Schluss kommt die Polizei. Son...